Umsetzung WEA: jetzt gilt es ernst!

Stefan-HolensteinOberst i Gst Stefan Holenstein, Präsident SOG. Erschienen in der ASMZ Ausgabe 11-16.

Noch selten waren die Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung einer Armeereform so gut wie heute. Das Reformprojekt Weiterentwicklung der Armee (WEA) hat sämtliche, auch politischen Hürden genommen und tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. Die Vorbereitungsarbeiten in den
verschiedenen Teilprojekten laufen auf Hochtouren. Als wichtigste Milizorganisation will sich die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) dafür engagieren, den Umbau der Armee mit Erfolg in die Tat umzusetzen.

Die SOG hat die WEA von Beginn weg konstruktiv-kritisch begleitet. Die von ihr initiierten Korrekturen und Anpassungen in der Botschaft des Bundesrats wurden von den Räten fast allesamt übernommen. Damit ist die Arbeit indes nicht getan. Die SOG sieht sich vielmehr in der Pflicht und Verantwortung, nunmehr die Umsetzung der WEA als eine zeitgemässe, auf moderne Bedrohungen ausgerichtete Milizarmee zu unterstützen und mitzugestalten.

Seit 1995 durchlebte die Armee drei Reformen: Armee 95, Armee XXI und Entwicklungsschritt 08/11. Alle scheiterten mehr oder weniger an der ungenügenden Umsetzung und der nicht ausreichenden Finanzierung. Denn Strukturen und Bestände waren chronisch unterdotiert. Mit der WEA hingegen sind die Voraussetzungen gegeben, die Armeereform nun mit Erfolg umzusetzen. Dabei hat die SOG stets betont, dass die Eckwerte der neuen Armee (100 000 Mann; 5 Mrd. CHF jährlich) als Minimalwerte im Sinne einer sogenannten Startkonfiguration zu verstehen sind. Aber aufgepasst: Schon vor dem eigentlichen Start der WEA zeigen sich erste Erosionserscheinungen, nämlich finanziell – wegen des ständigen Kampfs um die mindestens 5 Mrd. CHF Armeebudget, aber auch personell – wegen der stark gefährdeten Alimentierung der Armee infolge des zu attraktiven Zivildienstes – und materiell, wegen Verzögerungen in der Beschaffung von relevanten Schlüsselsystemen (z.B. BODLUV) für das Gesamtsystem Armee. Deshalb verlangt die SOG, dass sie den Umsetzungsprozess der WEA eng mit begleiten kann. Die SOG betrachtet sich nicht einfach als Zaungast, sondern sie möchte aktiv in den massgeblichen Gremien und Arbeitsgruppen mitwirken. Dies hat zur Folge, dass wir in den allgemeinen Informationszyklus eingebunden und in der Controlling-Funktion ernst genommen werden. Die bisher erhaltenen Signale von der obersten Armeespitze bezüglich Mitarbeit stimmen uns positiv und bestärken uns, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Nutzen wir also die gute Ausgangslage des vorliegenden WEA-Reformprozesses. Die politische und gesellschaftliche Akzeptanz steht, die Ressourcen sind gesprochen und der Ersatz der veralteten Systeme grundsätzlich aufgegleist. Es ist schliesslich von zentraler Bedeutung, dass die SOG auch den Milizgedanken wieder stärker in den Fokus rückt. Die SOG will das VBS in diesem Punkt stärker unterstützen, und zwar ganzheitlich, ohne sich in Einzelaspekten der Armeereform zu verlieren. Packen wir es an – konstruktiv und lösungsorientiert!

6 Gedanken zu „Umsetzung WEA: jetzt gilt es ernst!

  1. Beda Düggelin

    Ja, richtig, lieber SOG-Präsident, nun gilt es anzupacken! Das heisst, wir müssen das Beschaffungsprogramm für ein neues Kampfflugzeug sofort in die Wege leiten, eine langwierige Evaluation im Parlament ist zu vermeiden, Die Fakten liegen längst auf dem Tisch. Der amerikanische F-35 steht im Vordergrund. Er hat bedeutend bessere Leistungen als der Gripen, der bereits vom Volk abgelehnt wurde. Und wenn die Beteuerungen der Spezialisten stimmen, kostet das Flugzeug pro Stück nur 80 Millionen. Dan sollten wir sofort das Parlament auf die Beschaffung von 60 Stück einstimmen, denn bis zum Startschuss der Beschaffung wird doch noch etwas Zeit vergehen.Die geopolitische Lage, nun auch noch Erdogan, dürfte den Parlamentsbeschluss erleichtern. Ebenso muss nun das BODLUV-Programm in die Wege geleitet werden, andernfalls ist unser Luftschirm noch immer löchrig wie ein Emmentaler-Käse. Und den Truppenbestand werden wir wohl mit tapferen Eidgenossinnen alimentieren, da die Zivildienstfrage weiterhin „Aktenzeichen XY ungelöst ist.
    Also ran an die Arbeit: „Wir schaffen das!“

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  2. peter

    @düggelin Wenn Sie her wirklich dem Performance schwächsten US Flieger aller Zeiten das Wort reden wollen. Die Norweger müssen 4 – -6 x Nachtanken von Oslo bis ans Nordkapp.
    Die Maximale Steighöhe ist schwächer als unter einem Mirage III von 1964. Für 50 Mio krige ich Shuchoi-30/35 die diesen NaTO Flieger in Staub zertrümmert. Wenn der Bundesrat Maximalleistung will holt er Offerten in Russland und China zusätzlich ein.
    Zusätzlich ist endlich ein anständiger Trainingsflieger überfällig. Mit Pilatus Gerät kann man keine Fighter Piloten ernsthaft ausbilden. Zum Flieger wird man in der Luft und nicht am Simulator.
    Aeromacchi/Yakovev können mit dem Tiger-5 locker mithalten und bilden einen anständigen Trainingsflieger den man auch vor 2020 beschaffen kann.
    So gesehen kosten die Trainingsflugzeuge um 15 Mio. a16 Stk und maximal 48 SU-30/35 der Pries liegt bei ca. 45 MIo. USD also rund 50% des schwachen US Fliegers.
    Die Yakowlev kostet nur 50% des Aeromacchi Preises 15 -18 statt 33 Mio.
    Diese Zweiteilung spart rund 40 Mio. (Mittelwert) je Gerät wenn man nur 1 Modell nimmt.

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    1. Beda Düggelin

      Sie verstehen mich offenbar falsch, ich bin nicht Lobbyist. Ich habe auch keine Aktien von Lockheed Martin. Mir geht es einzig und alleine darum, dass unsere Experten denjenigen Flieger beschaffen, der am besten seine Aufgaben für unser Land wahrnehmen kann.
      Wir haben aber keine Zeit für eine jahrelange Typenevaluation, die Evaluationen liegen von anderen Ländern bereits vor.
      Es geht aber nicht darum, ein bestimmtes Modell zu benennen, über das höchstwahrscheinlich abgestimmt werden muss, sondern es geht um einen Verpflichtungskredit in der Grössenordnung, der es ermöglicht, 50 – 60 Maschinen zu beschaffen.
      Die Zeit drängt, wenn wir das endgültige Grounding der Schweizer Luftwaffe verhindern wollen!

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  3. peter

    Wenn Evaluation dann richtig mit allen Parteien und nicht nur mit 3 Performaneschwachen Westfliegern. Grippen kein Testflugzeug, Rafaele gleich ohne realen Test im Einsatz und grossen Schwierigkeiten mit den entsprechenden Verbundstoffen „Pseudo Tarnkappen Flieger“. F-35 steht wegen der miesen Performance auf der Abschlussliste.

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    1. peter

      Es gibt Bestellungen aber sehr wenige Auslieferungen und dies aus gutem Grund.
      Die Qualität ist unterirdisch – desolat. Ich empfehle allen CH Militärs den Bericht des US Armed Services Comittee zum F-35 Joint Strike Fighter Programm vom 26.4.2016 zu lesen http://www.aldersonreporting.com

      Die 179 Auslieferungen an die USA werden als unvollständig bezeichnet von über 1000 bestellten sind 179 effektiv geliefert worden (Stand 2016) Die gelieferten werden als problematisch bezeichnet mit erwiesenen Defekten bei: Diagnostic software, instabile Radarsysteme, fuel sytems troubles, structural cracks, limitation on the Crew escape system. Die Liste ist gewaltig. In Anbetracht, dass 800 Flieger überhaupt nicht geliefert wurden – Start in 2006 wird aktuell ernsthaft die Verteidigungsfähigkeit beeinträchtigt.
      Wer den Beginn dieses Fliegers kennt weiss auch warum. Der Flieger ist faktisch eine Kopie des Russischen Yakovlev-141. Man hat die Blueprints eingekauft aber keine Ahnung wie man russische Technik korrekt umsetzen sollte.

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