SOG nimmt Bericht der «Studiengruppe Dienstpflichtsystem» zur Kenntnis

St. Gallen, 8. Juli 2016. – Die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) hat den Bericht der «Studiengruppe Dienstpflichtsystem» zur Kenntnis genommen. Sie anerkennt die darin enthaltenen, interessanten Denkanstösse und Modellvorschläge. Die SOG fordert indes, dass zuerst die gravierenden Probleme der personellen Alimentierung der Armee und der Vollausrüstung nachhaltig gelöst werden. 

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) hat die Vorschläge der «Studiengruppe Dienstpflichtsystem» zur Verbesserung der obligatorischen Dienstpflicht zur Kenntnis genommen. Der Bericht beinhaltet dreizehn mittelfristige Massnahmen. Die vorgestellten Überlegungen sind auf den grundsätzlichen Personalbedarf der Armee ausgerichtet. «Es ist zwingend, dass bei Einführung des Reformprojekts der Weiterentwicklung der Armee (WEA) die zu benötigenden personellen Bestände jederzeit gewährleistet sind», fordert der Präsident der SOG, Oberst im Generalstab Stefan Holenstein. Dies sei nämlich momentan aufgrund von zu vielen Abgängen bei der Armee nicht gewährleistet.

Während dagegen der Bericht die schwerwiegenden Zustände beim Zivildienst nur ungenügend anerkennt, sieht die SOG einigen Handlungsbedarf. Denn seit der Aufhebung der Gewissensprüfung ist die Zahl Zivildienstgesuche (aus dem Militärdienst) im Schnitt um ein Dreifaches in die Höhe geschnellt. «Wir verlangen, dass die Attraktivität des Militärdiensts erhöht wird, um jene Personen zu fördern, die ihre staatsbürgerliche Pflicht ganz selbstverständlich leisten, anstatt uns nach derjenigen, kleinen Minderheit zu richten, die ihre Pflicht nicht erfüllen», so die Meinung des SOG-Präsidenten. Insbesondere seien unbegründete medizinische Abgänge zu vermeiden und sei der Zivildienst als Ersatzdienst bei echten Gewissenskonflikten, nicht aber als falsch verstandene Wahlalternative zu positionieren.

Für die SOG ist es schliesslich durchaus denkbar, die Weiterentwicklung des in Norwegen bewährten «norwegischen Modells» auch in der Schweiz einzuführen. Hierbei wären nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen dienstpflichtig, wodurch der Pool an Stellungspflichtigen auf einen Schlag verdoppelt würde. Mit der Verfassung in Einklang könnte die anschliessende Dienstleistung der rekrutierten weiblichen Militärdienstpflichtigen immer noch freiwillig geschehen.

3 Gedanken zu „SOG nimmt Bericht der «Studiengruppe Dienstpflichtsystem» zur Kenntnis

  1. Dieter Wicki, Sekretär der Studiengruppe Dienstpflichtsystem

    Damit keine Missverständnisse aufkommen: die SOG war direkt in der Studiengruppe Dienstpflichtsystem vertreten und konnte ihre Ansichten dort direkt einbringen

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    1. Beda Düggelin

      Ist es richtig Herr Wicki, dass in dieser Studiengruppe 30 Männer 3 Frauen gegenüberstanden.
      Und wieviele Stimmen hatte die SOG? Was heisst denn vertreten zu sein und seine Ansichten einbringen zu können? Sie können mir auch auf beda.dueggelin@bluewin.ch direkt antworten. Besten Dank!

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      1. Beda Düggelin

        Da ich von Ihnen Herrn Wicki noch keine Antwort erhalten habe, werden Sie alsbald auf schriftlichem Wege von mir Post erhalten.

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