Milizarmee: unsere Garantie für Sicherheit in der Schweiz – heute und auch in Zukunft

Blenden wir 26 Jahre zurück. 1989 ist das Jahr der Wende, der Fall der Berliner Mauer, und der ewige Frieden in Europa wurde von den «Gut-Menschen» ausgerufen. Viele glaubten, es werde auf der ganzen Welt friedlicher und es brauche die Armee nicht mehr. Sie sei ein Überbleibsel aus alten Zeiten in den Köpfen von «Hinterbänklern und Ewig-Gestrigen». 
Beitrag von Oberst Edgar Gwerder, Finanzchef SOG

Bis zu dieser Zeit konnte man in jedes Land der Welt reisen – es brauchte je nach Staat mehr oder weniger Aufwand und Vorbereitung für Visa –, doch Reisen war relativ sicher.

Und heute? Wo ist man noch sicher, sogar bei uns in Europa? Landesgrenzen wurden abgebaut. Im Osten hat der russische Präsident den Krieg nach Europa zurückgebracht. Und trotzdem gibt es immer noch Menschen, die glauben, sie leben in Sicherheit. Wo liegt der Unterschied zur Zeit vor 1989: Heute kann es jeden treffen, egal wo er sich auf dieser Welt gerade aufhält. «Das Undenkbare denken und das Unerwartete erwarten» – ein Leitsatz von Peter Regli, den wir uns wieder vermehrt zu Herzen nehmen sollten.

Wer ist da, um gefährdete Infrastrukturen zu schützen, wenn sich auch in der Schweiz (was wir alle nicht hoffen) ein Anschlag wie in Paris ereignet? Es ist unsere Schweizer Milizarmee – die Bürger in Uniform, die für unser Land hin stehen und mit ihrer Leistung für uns alle Sicherheit produzieren. Aus diesem Grund fordere ich unsere eidgenössischen Parlamentarier auf, ebenfalls hinzustehen und die richtigen notwendigen Entscheidungen zu treffen. Und nicht bei der nächsten Sparübung, welche garantiert auf uns zukommen wird, schon wieder eine Kehrtwendung zu vollziehen und bei der Armee den Rotstift anzusetzen. Wir brauchen eine gute und vollständig ausgerüstete Armee. Dies aber nicht nur auf dem Papier, sondern real zur Sicherheit unseres schönen Landes, wo heute noch Frieden herrscht und die Sonne scheint.

2 Gedanken zu „Milizarmee: unsere Garantie für Sicherheit in der Schweiz – heute und auch in Zukunft

  1. Peter Röthlin

    Auch wenn noch die Sonne scheint (Gwerder), braucht es (in Krisenlagen) sehr schnell Kräfte der Armee für Bewachungs- und Sicherungs-Aufgaben. Polizeikräfte sind innert Tagen (wenn nicht Stunden) am Anschlag.
    Das Problem: Die „populäre“ Stimmungslage verkennt die Bedrohung. Als Beispiel: Belgien hat nach den Anschlägen in Paris (Charlie Hebdo) in Brüssel und Antwerpen Militärpatrouillen auf die Strassen gestellt. Folge mit den Stimmen in den Medien: Kein Dank für mehr Sicherheit, sondern Vorwürfe, dass solche Einsätze (der Berufsarmee) gegen die Verfassung verstossen.
    Bei uns: Wenn die Elektrizitätsversorgung während Tagen ausfällt, tropft nach spätestens zwei Tagen kein Wasser mehr aus meinem Hahnen. Bringt uns dann der Streifenwagen der KAPO ein paar Flaschen Mineralwasser ? Und wer sichert die Sendemasten für die Mobile-Kommunikation und deren Energieversorgung ? Spätestens nach drei Tagen wären noch Armee-Einheiten (falls mobilisierbar) noch einigermassen einsatzfähig. Mein Spital wäre bereits vorher lahmgelegt, weil der Betriebsstoff für die Notstromaggregate nur für 24 Stunden reicht.

    Mit Dank für den Artikel von Oberst Gwerder – und pessimistischen Grüssen
    Fw ad Peter Röthlin, Ebmatingen

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  2. Willy P. Stelzer, Major d Pz Trp a D

    Die WEA-Armee (mit Aenderung des Militärgesetzes) kann den Auftrag gemäss Bundesverfassung, Art. 58, nicht erfüllen. Man lese die ASMZ Nr. 07/2013, Seite 6, Interview mit Bundesrat Maurer. Oder die ASMZ Nr. 12/2014, „Nein zur WEA-Armee“. Mit dieser 4. Reform innerhalb von zwei Dekaden ist die Verankerung der Armee im Volk endgültig begraben. Alles andere ist Traumtänzerei.

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