Man kann sich an Lottriges gewöhnen

Seien wir stolz, unabhängige Militärzeitschriften, wie die Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (ASMZ) in der Deutschschweiz, die Revue Militaire Suisse (RMS) in der Romandie und die Rivista Militare Svizzera italiana (RMSI) im Tessin zu haben. In den digitalisierten Archiven der ASMZ, der RMS sowie der RMSI kann man nachlesen, wie kontrovers in der Schweiz regelmässig über die Armee, ihre Konzeptionen und Ausgestaltung diskutiert wurde.
Beitrag von Oberst i Gst Christoph Grossmann, Präsident ASMZ Kommission

Mehr Mittel und eine besserer Ausbildung gab es nur bei Gefahr; hatte sich diese verzogen, verflüchtigten sich Einsicht und Konsequenz wieder. Vor hundert Jahren führte eine grosse Kriegsbegeisterung und die Anwendung industrieller Techniken ins Verderben. Vor siebzig Jahren brachte eine umfassend industrialisierte Kriegsführung totale Zerstörung. In beiden Kriegen ist es der Schweiz gelungen, nicht direkt in die Wirren hineingezogen zu werden. Balkankrieg, weiterhin brennender naher Osten, arabischer Frühling, instabile Staaten in Afrika und Volksaufstände in mitteleuropäischen Staaten legen es nahe, auf militärische Mittel weiterhin nicht zu verzichten.

Diese Krisen finden in verändertem Umfeld statt. Multimediale Erfassung ist flächendeckend gegeben: Ein solch dichtes Netz an Aufklärungs- und Führungsmitteln gab es noch nie. Die Nationalstaaten sind in regionale und globale Fragestellungen und Organisationen eingebunden. Diese Netze der Sicherheit haben Westeuropa nachhaltig befriedet. Angesichts dieser Veränderungen kann es nicht erstaunen, dass ein Gefüge nach langen Phasen mit kleinen Anpassungen lottrig wirkt. Wir sollten uns bemühen, die Armee im Zusammenhang zu sehen und ihre Bedeutung dadurch zu klären. Die ASMZ – Sicherheit Schweiz trägt mit vielen Autoren und einem engagierten Redaktionsteam jeden Monat von neuem dazu bei, solche Zusammenhänge aufzuzeigen.

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