Globale Militärausgaben – Tendenz steigend

Zwei kürzlich herausgegebene Studien – eine des amerikanischen Think Tank International Institute for Strategic Studies (IISS) und eine andere des britischen Instituts IHS Jane’s Aerospace, Defence & Security – zeigen auf, dass die jährlichen globalen Militärausgaben nach langer Zeit wieder angestiegen sind: um 0.6 Prozent von 1’538 Mrd auf 1’547 Mrd Dollar. 
Beitrag von Oberstlt Stefano Coduri, Vizepräsident SOG

Gemäss der IISS-Studie stehen die USA mit Miltärausgaben von 600 Mrd. Dollar an der Spitze, gefolgt von China (112 Mrd. Dollar), Russland (68 Mrd. Dollar), Saudi-Arabien (60 Mrd Dollar), Grossbritannien, Frankreich (57 Mrd. Dollar), Deutschland (44 Mrd. Dollar) und Indien (36 Mrd. Dollar).

Saudi-Arabien ist mit Rüstungsausgaben in der Höhe von 60 Mrd Dollar auf den vierten Platz im Ländervergleich aufgestiegen, noch vor Grossbritannien. Dieser Aufstieg ist symbolhaft, da er den Trend zu erhöhten Rüstungs- und Militärausgaben in ganz Asien, im Nahen und Mittleren Osten und im Pazifikraum im Vergleich zu Europa manifestiert.

Washington führt die Rangliste immer noch mit grossem Vorsprung vor Peking und Moskau an. Eine Akzentverschiebung zeichnet sich jedoch ab. Wurden 2010 noch 42 Prozent der globalen Rüstungsausgaben durch die USA ausgegeben, sind es drei Jahre später lediglich noch 37 Prozent. Dieser Trend wird sich fortsetzen, so dass 2014 im Hinblick auf den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan wohl noch 33 Prozent des globalen Militärbudgets von den USA bestritten wird.

Die Studie der IISS zeigt auf, dass 8 der 15 Länder, die ihre Militärausgaben erhöht haben aus dem Raum Asien / Pazifik stammt.
Beim Wettrüsten in Asien werden die Militärausgaben Chinas im Jahr 2014 offiziell 148 Milliarden US-Dollar und 2015 voraussichtlich 159 Milliarden erreichen. Südkorea wird in die «Top Ten» der Länder vorstossen, die mehr für die militärische Verteidigung ausgeben, und Tokio wird seine Position im Fernen Osten weiter stärken. Im Nahen Osten haben Länder wie Saudi-Arabien und Oman haben ihre Militärbudgets in den letzten drei Jahren um mehr als 30 Prozent erhöht.

Ehrgeizige Pläne hat auch Russland, die drittgrösste Macht der Welt punkto Militärausgaben: Russland will sein jährliches Rüstungsbudget in den kommenden drei Jahren um satte 44 Prozent auf 196 Milliarden Dollar im Jahr 2016 steigern.

Weltweit zum Teil massiv steigende Rüstungsausgaben – ein Warnsignal, dass uns in Europa und der Schweiz zu denken geben sollte.

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