Gripen-Ja – weshalb?

Die Abstimmung über Gripen-Fonds-Gesetz – und nicht zum Gripen selbst – steht in Kürze zur nationalen Debatte. Viele Argumente hüben wie drüben werden gereicht, wobei diejenigen der Sicherheit und der Kosten wahrscheinlich am meisten verwendet werden. Aber gibt es nicht auch weitere Argumente, über die es sich nachzudenken lohnt?
Beitrag von Oberst i Gst Marcus B. Graf, Vizepräsident SOG

Das elementare Bedürfnis der Schweiz nach einem weiteren Kampflugzeugtyp sollte im Grunde genommen unbestritten sein. Keine glaubwürdige Streitkraft der Welt setzt auf einen einzigen Flugzeugtyp ab, sondern betreibt eine Zwei- oder Mehrflottenstrategie. In Zeiten, in welchen die Bedeutung technischer System-Software und deren Anfälligkeit durch Hackerangriffe manifest sind, darf man als verantwortungsbewusste Nation nie und nimmer auf ein einziges Flugzeugsystem oder einen Anbieter allein abstellen.

Wenn man weiter davon ausgeht, dass ein Flugzeug rund 30 Jahre im Flotteneinsatz verbleibt, so ist ein fünfzehnjähriger Ablösungsintervall technologisch gerechtfertigt. Durch vertraglich geregelte Kompensationsgeschäfte mit den Anbieterfirmen profitiert unsere heimische Industrie von nicht zu unterschätzenden Technologieimpulsen. Diese können – bei entsprechender Anwendung – unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich stützen oder gar steigern.

Dass wir als Stimmberechtigte über diese Vorlage abstimmen dürfen, ist demokratisch legitim und klar zu begrüssen. Hingegen soll gefragt werden, inwiefern es sinnvoll ist, überhaupt darüber befinden zu müssen? Wenn ein kantonales Polizeikorps ein neues Patrouillenfahrzeug beschafft oder die Schweizerischen Bundesbahnen für knapp CHF 2 Mrd. neue Doppelstockzüge anschaffen, wird weder eine Volksinitiative dagegen lanciert, noch ein Referendum zur Finanzierungsart ergriffen. Selbst wenn es bei der Auslieferung zu Problemen kommt, wird dies mehr oder weniger verständnisvoll zur Kenntnis genommen.

Die Frage stellt sich: Geht es bei der aktuellen Vorlage tatsächlich um den Gripen oder wird die Vorlage missbraucht, um die Armee und damit die Sicherheit unseres Landes weiter zu schwächen? Letzteres ist zu bejahen und damit ist auch die unmissverständliche Antwort gegeben – Ja zum Gripen und damit Ja zur Armee und zu unserer Schweiz!

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